Amazon Influencer Programm: So funktioniert es in Deutschland

Das Influencer-Programm ist die Erweiterung des Amazon-Partnerprogramms für Creator. Hier steht, wer mitmachen kann, wie die Bewerbung läuft und auf welchen drei Wegen du damit verdienst.

Von Dominic Foerst · Aktualisiert am · 4 Min. Lesezeit

Was ist das Amazon Influencer Programm?

Das Amazon Influencer Programm ist eine Erweiterung des Amazon-Partnerprogramms für Creator mit eigener Reichweite in sozialen Netzwerken. Wer zugelassen wird, bekommt eine eigene Seite auf Amazon, die Storefront, mit einer persönlichen Adresse nach dem Muster amazon.de/shop/deinname. Dort zeigst du Produkte, Ideenlisten, Fotos und Videos. Vergütet wird ähnlich wie im Partnerprogramm: Kauft jemand über deine Inhalte, bekommst du eine Provision.

Der wichtigste Unterschied zum reinen Partnerprogramm: Als Influencer kannst du Inhalte direkt auf Amazon veröffentlichen. Deine Videos können dann auch Menschen sehen, die nie auf deinem Kanal waren, zum Beispiel auf der Produktseite. Dafür gibt es eigene Sätze, die Onsite-Provision.

In welchen Ländern gibt es das Programm?

Die deutsche Amazon-Hilfe nennt 12 Marktplätze: USA, Kanada, Indien, Großbritannien, Deutschland, Frankreich, Spanien, Italien, Niederlande, Polen, Schweden und Brasilien. Die Länderlisten auf den Hilfeseiten der einzelnen Marktplätze sind nicht ganz einheitlich, Deutschland, USA, Großbritannien und Kanada sind aber auf offiziellen Seiten belegt.

Wichtig für die Praxis: Jeder Marktplatz ist ein eigenes Programm mit eigener Anmeldung, eigener Store-ID sowie eigenen Steuer- und Zahlungsdaten. Wer auf amazon.de und amazon.com Videos hochladen möchte, richtet beides getrennt ein.

Wer kann mitmachen? Die Voraussetzungen

Für die Bewerbung brauchst du ein Konto in einem sozialen Netzwerk. Amazon nennt unter anderem TikTok, Instagram, YouTube, Pinterest und Facebook. Geprüft werden laut Amazon:

  • die Qualität deiner Inhalte,
  • die Interaktionsrate, also wie stark deine Community reagiert,
  • die Zahl deiner Follower.

Eine feste Mindestzahl an Followern veröffentlicht Amazon nicht. Zahlen, die im Netz kursieren, sind Erfahrungswerte, keine Regel. Wirst du abgelehnt, kannst du dich später erneut bewerben, etwa wenn dein Kanal gewachsen ist. Eine Gebühr für die Teilnahme nennt Amazon auf seinen Hilfeseiten nicht.

Die Bewerbung Schritt für Schritt

  1. Partnerprogramm-Konto anlegen oder vorhandenes nutzen. Das Influencer-Programm läuft über dasselbe Konto wie das Partnerprogramm. Bist du schon Amazon-Partner, bewirbst du dich mit diesem Konto.
  2. Als Influencer bewerben und Social-Konto verbinden. Du meldest dich mit dem Konto an, über das du dich qualifizieren willst. Aus dessen Namen entsteht später auch die Adresse deiner Storefront.
  3. Prüfung abwarten. Amazon prüft dein Konto. Bis zur Antwort kann es etwas dauern.
  4. Storefront einrichten. Nach der Zulassung gestaltest du deine Seite, legst Ideenlisten an und lädst erste Fotos und Videos hoch. Eine Anleitung findest du im Ratgeber Amazon Storefront erstellen.

Womit du als Amazon-Influencer verdienst

Teilst du deine Storefront oder einzelne Produktlinks auf deinem Kanal, gelten die normalen Sätze des Partnerprogramms. Sie hängen von der Kategorie ab, auf amazon.de zum Beispiel 6 % für Bekleidung und Schuhe, 5 % für Küche, Möbel und Haushalt, 4 % für Beauty und Sport und 3 % für alle anderen Kategorien. Ein Kauf zählt, wenn er innerhalb von 24 Stunden nach dem Klick passiert. Mehr dazu im Vergleich Partnerprogramm oder Influencer-Programm.

2. Videos auf Amazon: die Onsite-Provision

Videos, Fotos und Ideenlisten, die du auf Amazon veröffentlichst, kann Amazon Kundinnen und Kunden direkt im Shop zeigen. Laut Amazon kommen dafür Produktseiten, Suchergebnisse und die Startseite infrage. Klickt jemand auf deinen Inhalt und kauft, bekommst du die Onsite-Provision. Dafür legt Amazon eine eigene Store-ID an, die mit „onamz“ beginnen kann. Die Sätze sind eigene Tabellen und weichen von denen des Partnerprogramms ab. Details und die aktuelle Tabelle für amazon.de stehen im Ratgeber Onsite-Provision bei Amazon.

In der US-Hilfe beschreibt Amazon den Weg so: Haben 10 Videos die Prüfung bestanden und hast du dich für Onsite angemeldet, können deine Videos auch auf Produktseiten erscheinen. Jedes Video wird vor der Freigabe moderiert.

3. Creator Connections

Bei Creator Connections bieten Marken für einen bestimmten Zeitraum einen Bonus auf die Provision. Offiziell belegt ist das Angebot bisher für die USA, für amazon.de gibt es keine offizielle Bestätigung (Stand Oktober 2026). Mehr im Ratgeber Amazon Creator Connections.

Pflicht: richtig kennzeichnen

Amazon verlangt in Deutschland den Satz „Als Amazon-Partner verdiene ich an qualifizierten Verkäufen.“ Er muss klar und gut sichtbar sein, bei Social-Media-Inhalten in Verbindung mit deinem Konto. Links kennzeichnest du zusätzlich direkt am Link, etwa mit „(bezahlter Link)“, „#Anzeige“ oder „#VerdientProvisionen“. Bekommst du ein Produkt geschenkt oder bezahlt eine Marke dich, kennzeichnest du auch das, zum Beispiel mit „#Ad“.

Wann Amazon auszahlt

Auf amazon.de liegt die Auszahlungsgrenze bei 25 € für Überweisung und Geschenkgutschein, für einen Scheck bei 50 €. Liegt dein Guthaben darunter, wird es in den nächsten Monat übertragen. Onsite-Einnahmen laufen über die eigene Onsite-Store-ID, für die du Zahlungs- und Steuerdaten ebenfalls hinterlegen musst.

Was aus der Praxis zählt

Zugelassen zu sein ist der leichte Teil. Ob sich ein Video lohnt, entscheidet sich vorher, bei der Produktwahl:

  • Ist ein Video überhaupt möglich? Nicht bei jedem Produkt lässt sich ein Influencer-Video hochladen. Das merkt man oft erst, wenn das Video schon fertig ist.
  • Wie voll ist es schon? Laufen bei einem Produkt bereits viele Influencer-Videos, wird deines seltener gesehen.
  • Was bringt ein Verkauf? Die Onsite-Sätze unterscheiden sich je nach Kategorie deutlich. Ein günstiges Produkt in einer Kategorie mit niedrigem Satz bringt pro Verkauf nur wenige Cent.

Genau diese drei Fragen beantwortet Reelgap direkt auf der Produktseite, bevor du Zeit in ein Video steckst.

Häufige Fragen

Kostet das Amazon Influencer Programm etwas?

Amazon nennt auf seinen Hilfeseiten keine Gebühr für die Teilnahme. Du brauchst ein Konto im Amazon-Partnerprogramm; ein bestehendes Konto kannst du für die Bewerbung nutzen.

Wie viele Follower brauche ich für das Amazon Influencer Programm?

Amazon veröffentlicht keine Mindestzahl. Laut Amazon fließen die Qualität deiner Inhalte, die Interaktionsrate und die Zahl deiner Follower in die Prüfung ein. Wer abgelehnt wird, kann sich später erneut bewerben.

Gibt es das Influencer-Programm in Deutschland?

Ja. Die deutsche Hilfe im Amazon PartnerNet beschreibt das Programm und nennt Deutschland unter den 12 Marktplätzen, in denen es verfügbar ist.

Was ist der Unterschied zum Amazon Partnerprogramm?

Das Partnerprogramm vergütet Käufe über deine Links. Das Influencer-Programm baut darauf auf und gibt dir zusätzlich eine eigene Storefront und die Möglichkeit, Videos und Fotos direkt auf Amazon zu veröffentlichen, für die es eigene Onsite-Sätze gibt.

Welchen Satz muss ich als Amazon-Influencer zur Kennzeichnung verwenden?

Amazon schreibt in Deutschland den Satz „Als Amazon-Partner verdiene ich an qualifizierten Verkäufen.“ vor. Bei Social-Media-Inhalten muss die Erklärung in Verbindung mit deinem Konto stehen, Links kennzeichnest du zusätzlich nah am Link, etwa mit „#Anzeige“.

Vor dem Video wissen, ob es sich lohnt

Reelgap zeigt dir direkt auf der Produktseite, ob ein Video möglich ist, wie viele Influencer-Videos schon oben und unten laufen und was die Onsite-Provision bringt.

Dominic Foerst. Dominic ist seit 2024 Amazon-Influencer und lädt Onsite-Videos in Deutschland, den USA, Großbritannien und Kanada hoch. Er entwickelt Reelgap.

Quellen

  1. Amazon PartnerNet: Was ist das Amazon Influencer Program?
  2. Amazon PartnerNet: Verfügbare Marktplätze des Influencer-Programms
  3. About Amazon: How the Amazon Influencer Program works (September 2026)
  4. Amazon Associates (US): Influencer-Videos und Onsite-Anmeldung
  5. Amazon PartnerNet: Vergütungskatalog (Partnerprogramm)
  6. Amazon PartnerNet: Kennzeichnungspflicht
  7. Amazon PartnerNet: Auszahlungsgrenze

Amazon ändert Bedingungen und Sätze regelmäßig. Maßgeblich sind immer die verlinkten Seiten von Amazon.